Cite as: Astrid Deuber-Mankowsky, Introduction to the lecture Monique David-Ménard, ‘Der Begriff des Urteils bei Deleuze und in der Psychoanalyse’, part of the Workshop Chaos et jugement infini, ICI Berlin, 25 June 2009, video recording, mp4, 05:25 <https://doi.org/10.25620/e090625-1_2>
25 Jun 2009

Introduction

By Astrid Deuber-Mankowsky

Venue

ICI Berlin

Video in Deutsch

Format: mp4
Length: 00:05:25
First published on: https://www.ici-berlin.org/events/monique-david-menard-begriff-des-urteils/
Rights: © ICI Berlin
Warum wollte Gilles Deleuze nichts mehr mit dem Urteil zu tun haben? Und was bedeutet bei Deleuze “um mit dem Urteil abzubrechen” (“pour en finir avec le jugement”)?

In einem wunderbaren aber auch schwierigen Text, der 1993 in Kritik und Klinik erschien, verdeutlichte Deleuze sein Verständnis von Kant, Spinoza und Nietzsche. Zudem unterzog er seine Lieblingsschriftsteller (Lawrence, Kafka, Artaud, sowie Sophokles und Aischylos) einer neuerlichen Lektüre, um eine scharfe Kritik der moralischen Gewissheit und der theoretischen Funktion des Urteils in Kants Philosophie zu etablieren.

Er erneuerte damit seinen Kampf gegen die Psychoanalyse, indem er behauptete, der Traum und die Traumdeutung seien immer noch im Gefängnis des Urteils eingesperrt. Dieser Text erscheint für das Denken von Deleuze charakteristisch, weil er einen Fluchtpunkt (point de fuite) bestimmt, in dem all seine verschiedenen Versuche und Werke strahlenförmig zusammen laufen, ohne eine Einheit zu bilden. Ist dieser Gestus von Deleuze relevant oder übertrieben?Monique David-Ménard ist Direktorin des Centre des études du vivant an der Université Denis Diderot, Paris VII – eines Forschungszentrums, das sich mit den Grenzbereichen von Epistemologie, Lebenswissenschaften und Psychoanalyse beschäftigt – sowie Mitglied der Société de psychanalyse freudienne.

Ihre Arbeiten zielen darauf, die psychoanalytische Annahme der Unhintergehbarkeit des Triebs, des Phantasmatischen, des Begehrens und der Sexualisierung mit den Ansprüchen des philosophischen Denkens zu konfrontieren. Nach intensiver Auseinandersetzung mit den Werken Kants, Freuds und Lacans hat sie sich in letzter Zeit der Frage nach einem triebtheoretischen Verständnis der Kategorie des Universellen zugewandt. Im Vordergrund steht dabei die systematische Konfrontation der psychoanalytischen Theorie mit der Philosophie Gilles Deleuzes.

Zu ihren Veröffentlichungen zählen: L’hystérie entre Freud et Lacan (1983) / Hysteria from Freud to Lacan (1989), La Folie dans la raison pure. Kant lecteur de Swedenborg (1990), Les Constructions de l’universel. Psychanalyse, philosophie (1997) / Konstruktionen des Allgemeinen (1999), Tout le plaisir est pour moi (2000), Deleuze et la psychanalyse (2006) / Deleuze und die Psychoanalyse (2009).

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ICI Berlin
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